Geschenk-Tipp1: ein edler Tinten-Füllfederhalter


Verschenken Sie einen guten Tinten-Füllfederhalter, oder kaufen Sie sich selber einen – warum?

“Entschleunigtes Schreiben” geht nur mit einem wiklich guten Tinten-Füllfederhalter und mit der “gewonnenen Zeit” kommt man beim
Schreiben auf ganz eigene Ideen, Einfälle und Formulierungen, die einem mit
Kugelschreiber-Schrift geschrieben nicht einfallen – so komische das klingen mag.

So kann die Reaktion z.B. auf einen netten und persönlichen Brief, vielleicht
sogar einem Liebesbrief, ganz anders ausfallen, wenn dieser mit per Computer,
oder einem Kugelschreiber oder eben mit einem Tinten-Füllfederhalter geschrieben
worden ist!

Gute Füller gleiten völlig ohne Druck über das Papier im Gegensatz zu einem Kugelschreiber, der immer „Druck“ braucht!
Wichtig ist eine gut geschliffene Feder, leicht flexibel und egal, ob sie nun aus Gold oder nur aus Stahl ist.

Dazu muss ein “Tintenleiter”, ohne Aussetzer, die notwendige Tintenmenge bringen.Der Tintenleiter ist unter und hinter der Feder.

Diese beiden Basis-Komponenten bedingen maßgeblich die Qualität des Füllhalters, den Anschaffungspreis und natürlich den Schreibspaß!

Mit Füllfederhaltern nimmt man sich einfach mehr Zeit beim Schreiben und überlegt sich erst mal, was man aufs Papier bringen will – das ist pures Entschleunigen!

Wenn ich Ideen für eine neu zu schreibendes Buch sammle und recherchiere, dann mache ich meine Notizen immer mit einem meiner Lieblings-Füllhalter!

Auf dem linken Bild siind ein paar meiner Füllhalter, von PELIKAN, ROTRING und LAMY.


Mein alter PELIKAN 100N (Baujahr September 1949) mit 14 Karat Goldfeder und mittel-breitem Strich ist noch ein klassischer Kolbenfüller. Befüllt wird er nicht mit Plastik-Tintenpatronen, sondern man hat eine eigene Füllmechanik im Stift (eine Piston-Technik) und bedient sich Flüssig-Tinten aus Tintengläsern

Füllfederhalter aus Deutschland haben schon seit je her einen weltweit guten und bekannten Ruf, ähnlich den klassischen und weltweit bekannten Automarken aus Deutschland.

PELIKAN, LAMY, MONTBLANC, FABER-CASTELL, KAWECO und ROTRING, waren ursprünglich alles kleine, deutsche Familienunternehmen mit sehr hohem Qualitätsanspruch. Die großen Schulfüller-Konkurrenten PELIKAN und GEHA waren in Hanover angesiedelt; ROTRING und MONTBLANC in Hamburg, KAWECO und LAMY in Heidelberg.

Ein Tintenfüller war immer schon teuer und auch eine “Anschaffung für´s Leben” und edle Füller hat man auch gerne an seine Nachfahren vererbt – ein Füllhalter war ein wertvolles Werkzeug und manchmal sogar ein Schmuckstück aus Edelmetallen!

Einige der oben genannten Füller-Manufakturen bekamen Absatzschwierigkeiten, als der Kugelschreiber nach dem 2. Weltkrieg die Füller verdrängte. Einige mussten schließen oder wurden von internationalen Investorengruppen oder anderen Schreibwaren-Unternehmen aufgekauft.

Die Marken BRAUSE, GEHA, GOLDING, STAEDLER, KREUZIGER, HERLITZ usw. sind insgesamt inzwischen vom Markt verschwunden.

Auch einige deutsche  Füllhalter-Manufakturen sind in den letzen Jahren entstanden und produzieren Füllhalter auf bekanntem hohen deutschen Niveau (und zu stattlichen Preisen), wie z.B. handgemachte Füllfederhaler von Fa. WALDMANN, OTTO HUTT, ELBWOOD usw.

Das urspüngliche, hannoversche Familienunternehmen PELIKAN wurde inzwischen von dem malaysischen Milliardär und Multiunternehmer Loo Hooi Ket aufgekauft und produziert in Asien, zum Glück in der bekannten guten alten Qualität. Inzwischen hat die PELIKAN HOLDING AG die Firmen GEHA und HERLITZ aufgekauft und deren Produkte teilweise übernommen.

Im hannoverschen Pelikan-Stadtteil, dem alten angestammten Unternehmenssitz, gibt es nur noch ein Pelikan-Museum und ein SHERATON- Pelikan-HANNOVER-Hotel.

Faber-Castell ist ein deutscher Hersteller von Schreibwaren. Mit einer Produktion von rund zwei Milliarden holzgefassten Bleistiften pro Jahr ist Faber-Castell der weltgrößte Hersteller von Bunt- und Bleisiften. Das Unternehmen beschäftigt nach eigenen Angaben etwa 8000 Mitarbeiter in Fertigungsstätten in zehn Ländern und Vertriebsgesellschaften in 22 Ländern und hat in über 120 Ländern Handelsvertretungen. Dazu gehört die Faber-Castell-Gesellschaft im brasilianischen Sao Carlos, die mit einer Produktion von 1,5 Milliarden Stiften pro Jahr die größte Farbstift-Fabrik der Welt ist.

Das ehemalige Hamburger Familienunternehmen MONTBLANC gehört inzwischen dem Schweizer Luxusgüter-Konzern „Richmont“. Das ist das drittgrößtes Luxusgüterunternehmen der Welt und vereint unter seinem Dach exklusive Marken wie A. Lange & Söhne, Baume & Mercier, Buccellati, Cartier, Chloé, Dunhill, IWC Schaffhausen, Montblanc, Roger Dubuis, Vacheron Constantin oder Van Cleef & Arpels.

Aber es werden immernoch Füllfederhalter der Spitzenklasse fabriziert, weil sie so hochqualitativ und dementsprechend sehr beliebt sind. Italienische, chinesische und japanische Füller-Hersteller versuchen immernoch den hohen MONTBLANC-Standards zu kopieren und zu übertreffen, was ansatzweise tätsächling gelingt!

Die Marke Kaweco hat ihren Ursprung im Jahr 1883, als die Herren Luce und Enßlen die Heidelberger Federhalterfabrik gründeten. Es wurden Federhalter aus Holz und Füllhalter produziert sowie Goldfedern von A. Morton & Co. aus New York importiert.

1889 übernahmen Heinrich Koch und Rudolph Weber die Heidelberger Federhalterfabrik. Im Anschluss bauten sie außerhalb von Heidelberg eine Produktionsstätte in Handschuhsheim auf. Produkte wurden mit den Markennamen Perkeo, Omega sowie Kaweco versehen und wenig später wurde aus der Marke Kaweco auch der Firmenname, unter dem die Produkte noch heute vertrieben werden. Im Jahr 1909 entstand der erste Kaweco-Sicherheitsfüllfederhalter.

ROTRING, ehenmals Fa. Riepe KG aus Hamburg, gehört inzwischen dem US-Zeichenmaterial-Konzern „Sanford Corporation“, der die Stifte inzwischen auf den alten Rotring-Maschinen in China und in Japan fertigen lässt. Leider produziert man mit superschlechter Qualitätsendkontrolle, im Gegensatz zu früher! Es gibt sogar ROTRING-Stifte produziert in der Türkei, aber das sind Raubkopien in schlechtester Qualität, sehen aber auf den ersten Blick genau so gut aus, wie die Originale!

Dementsprechend sind die alten und “echten” ROTRING Schreibgeräte beliebter, als die neuen, selbst wenn die alten Designs (z.B. die 600er Serie) wieder aufgelegt worden sind. Mein ROTRING 600 Aluminium-Füller, den ich 1994 für 99 DM gekauft hattte wird heute noch im gepflegten Zustand mit fast 350 Euro gehandelt!

Die Faber-Castell AG ist ein deutscher Hersteller von Schreibwaren im Ort Stein bei Nürnberg.
Neben LAMY ist FABER-Castell einer der letzten großen und weltweit bekannten Stifte-Familienunternehmen in Deutschland.
die alte seutsche Stiftmarke “STAEDTLER”, auch in Nürnberg angesiedelt, wurde inzwischen von Faber-Castell aufgekauft.

Mit einer Produktion von rund zwei Milliarden holzgefassten Bleistiften pro Jahr ist Faber-Castell der weltgrößte Hersteller von Bunt- und Bleisiften. Das Unternehmen beschäftigt nach eigenen Angaben etwa 8000 Mitarbeiter in Fertigungsstätten in zehn Ländern und Vertriebsgesellschaften in 22 Ländern und hat in über 120 Ländern Handelsvertretungen. Dazu gehört die Faber-Castell-Gesellschaft im brasilianischen Sao Carlos, die mit einer Produktion von 1,5 Milliarden Stiften pro Jahr die größte Farbstiftfabrik der Welt ist.

LAMY ist ein deutscher Hersteller für Schreibgeräte mit Sitz in Heidelberg. Nach eigenen Angaben hat das heutige Familienunternehmen eine Jahresproduktion von acht Millionen Schreibgeräten (2023) in Deutschland.

1966 legte Dr. Manfred Lamy mit dem Entwurf für ein völlig neuartiges Schreibgerätedesign den Grundstein für die zukünftige Designphilosophie der Marke LAMY.

Gemeinsam mit dem früheren Produktdesigner von Braun, Gerd A. Müller, entwickelte er den LAMY 2000-Füllfederhalter, der heute noch produziert wird, samt der unterschiedlichen Federn dazu und der immernoch sehr geliebt ist. Das Design des LAMY 2000 steht in diversen Design-Museen auf der Welt.

Der neuste Schulffüller, der Lamy Safari, ist der meistverkaufte Schulfüllfederhalter in Deutschland und der meistverkaufte Füllfederhalter in der Welt.

Lohnt es sich Markenfüller zu sammeln?

Der Füllfederhalter hat eine echte Renaissance erlebt. Die Preise für gute alte Füllhalter steigen stetig und jede der o.g. deutschen Unternehmen baut inzwischen die alten Spitzen-Modelle wieder nach und lässt von Industrie-Designern neue Spitzenmodelle entwickeln. Das Preisspektrum ist riesig und geht von 3,00 Euro für einen Tintenfüllfederhalter bis hin zu mehreren tausend Euro, für mit Edelmetall und Edelsteinen erweiterten Füllern. Erschwingliche Spitzenfüller (ohne Schmuckerweiterungen, wie z.B. Goldintarsien) liegen zwischen 1.000 und 3.000 Euro. Ein beliebter Füller ist z.B. der legendäre MONTBLANC 146 Meisterstück, ein übergroßer zigarrrenförmiger Füller, der oft für Unterzeichnung wichtiger Dokumente oder Urkunden verwendet wird. Eine neue Version dieses Füllers liegt bei ca. 1.000 Euro.

Interessant ist, dass auch die besten Tinten-Federn aus Deutschland komen! Das sind Federn von Fa. Bock und Fa. JoWo und die werden sogar von großen amerikanischen Füllerfabrikanten eingesetzt. Nur LAMY, PELIKAN fertigen selbst gute Federn, wie auch die “großen 3 japanischen Füllhalter-Unternehmen”  SAILOR, PILOT und NAMIKI.

Wie sollte man bei Füllfederhaltern einsteigen?

Die erste Frage ist: soll es ein guter alter und inzwischen von einem Fachmann überholter Füllfederhalter sein, oder ein neuer Füller? Meinen erster gebrauchten und ersteigerten PELIKAN 100N habe ich von einem Fachmann aus Magdeburg überholen und reinigen, wie auch die Kolbendichtung erneuern lassen. Die Substanz war sehr gut, aber der Füller war total eingetrocknet und nicht funktionabel.

Der Preis für einen intakten und überholten PELIKAN 100N-Füller liegt etwa bei 200-800 Euro, je nachdem, wie der Zusand ist und ob er eine Stahlfeder oder eine Echt-Goldfeder 14 oder sogar 18 Karat hat.

Oder soll es ein neuer Markenfüllfederhalter sein?

Ein neuerer Füllhalter, etwa der PELIKAN 400 liegt bei 300 Euro, ein Pelikan M600 Souverän bei ca. 600 Euro.  Ein neuer LAMY 2000, ein wirklicher Kult-Füller und auch ein Design-Schmuckstück liegt zwischen 200-300 Euro.

Mehr Informationen gibt es über:

Eine Datenbank und ein Forum über https://www.penexchange.de/. Das ist die größte deutsche Info-Seite betreut von Fa. PELIKAN und einigen wirklichen „Füller-Spezialisten”. Natürlich werden hier alle weltweit bekanten Füllhalter-Marken bespocjen, es werden Probleme gelöst, Tests gefahren und Füller verkauft, gekauft und getauscht!

Auf der amerikanischen Seite gibt es quasi das Gegenstüc,k aber auch eine Ergänzung zum o.g. PELIKAN-Forum von Dirck De Lint i(n Englisch) http://dirck.delint.ca/beta/  und hier werden speziell die amerikanischen Füller besprochen.

P.S.: aus nostalgischen Gefühlen habe ich mir gerade eine gebrauchte Kopie meines allerersten Schulfüllers aus 1960, einen GEHA-703 G mit vergoldeter Kappe und vergoldeter Feder gekauft.

Zu meiner Schulzeit habe es nur 2 Schreib-„Fraktionen“: die GEHA- und die PELIKANO-Schulfüller-Nutzer – immer in bitterer Konkurrenz, sogar bis auf den Pausenhof!

Linkes Bild: mein erster Füllhalter schon mit 2 GEHA-P6-Patronen und mit einem anschaltbaren “Tinten-Reserve-Tank”! DAS war auch eines von 2 GEHA-Spezialitäten, und auch die “Goldschwinge” war es. Der Begriff bezeichnete eine sehr “flexibte Goldfeder an einem GEHA-Schulfüller.

Alle oben gezeigten Logos und Wort-Bildmarken gehören den jeweiligen Unternehmen und dienen hier nur zur Wiedererkennten und zu den Produktnamen!

Allein “LAMY” in Heidelberg und “Graf von Faber-Castell” in Nürnberg sind noch deutsche Familienbetriebe. Alle anderen alten Füller-Schmieden in Deutschland sind inzwischen geschlossen oder aufgekauft worden.


Für alles und jeden gibt es inzwischen einen speziellen Tag und so gibt es auch den Füllfederhalter-Tag (National Fountain Pen Day) und das immer der erste Freitag im Monat November.

2024 ist das genau der 1. November. Bei Interesse sollte man an diesem Tag nach Füllfederhalter-Schnäppchen schauen, speziel bei den amerikanischen Herstellern und Aktionshäusern, denn die Amerikaner waren bei der Renaissance der Füller die erste und treibende Kraft!